Hyperhidrose

- krankhaftes Schwitzen

Das Schwitzen beim Menschen ist eine wichtige Funktion unseres Körpers. Das übermäßige Schwitzen an den unterschiedlichsten Körperpartien bezeichnet man als Hyperhidrose. Durch normales Schwitzen findet eine Regulation der Körpertemperatur statt. Hierbei wird nicht die Haut allein, sondern auch das Innere des Körpers gekühlt. Bei der Hyperhidrose stellt der Körper übermäßig viel Schweiß her, unabhängig von Kälte oder Wärme. Inwiefern die Betroffenen darunter leiden, hängt vom subjektiven Empfinden ab. Nerven geben den Impuls zu Schwitzen. Dies ist willensunabhängig. Bei körperlicher Anstrengung, oder wenn es sehr heiß ist, kann der Körper durchaus große Mengen an Schweiß produzieren. Man spricht in diesem Fall noch nicht von einer Hyperhidrose. Gegen starkes Schwitzen, welches nicht krankhaft ausgeprägt ist, helfen Deodorant und Achselpads. Die Hyperhidrose kann eine angeborene Krankheit sein. Man spricht dann von der primären Form. Die sekundäre Form der Hyperhidrose kann Folge einer anderen Krankheit sein. Aufgrund der Krankheitsgeschichte ist eine Unterscheidung der beiden Formen möglich. Auch durch Fettleibigkeit kann eine sekundäre Hyperhidrose verursacht werden. Es sollte dann eine Gewichtsreduktion stattfinden. Findet generell eine gesteigerte Schweißproduktion statt, so kann dies viele verschiedene Ursachen haben, die abgeklärt werden sollten. Unter anderem können die Wechseljahre, oder auch eine Schilddrüsenüberfunktion Schuld an der vermehrten Schweißproduktion sein. Zur Behandlung der Hyperhidrose stehen zahlreiche quantitative und qualitative Testmethoden zur Verfügung. Durch ein quantitatives Messverfahren beispielsweise kann die Schweißmenge pro Zeitintervall ermittelt werden. Mit qualitativen Testmethoden können die Stellen nachgewiesen werden, an denen eine vermehrte Schweißproduktion stattfindet. Mit Hilfe einer speziellen Jodlösung, dem so genannten Minor-Test ist eine farbliche Abgrenzung der betroffenen Körperstellen möglich. Bei der Gravimetrie wird für einen bestimmten Zeitraum ein Spezialpapier auf die betroffenen Körperstellen aufgebracht. Das Gewicht des Papiers vorher und nachher gibt Aufschluss darüber, wie groß die Schweißmenge pro Zeitintervall ist.

Fotos

Einige Bilder von Hyperhidrose:

Behandlung

Die deutsche dermatologische Gesellschaft empfiehlt je nach Ausmaß der Erkrankung stufenweise vorzugehen. Bei einer Hyperhidrose der Fuß- und Handflächen etwa wird eine topische Therapie empfohlen. Hier kommt eine Aluminiumchlorid-Behandlung zum Einsatz. Aluminiumsalze verbinden sich in den Schweißkanälen mit dem dort vorhandenen Keratin und verstopfen so die Drüsenausführungsgänge in den betroffenen Gebieten. Die Konzentration des Aluminiumchlorids in dieser Lösung, die in Apotheken zu haben ist, kann sehr unterschiedlich sein. In der Regel liegt der Gehalt bei zehn bis zwanzig Prozent. Da nachts eine geringere Schweißbildung stattfindet, sollte die Lösung vor dem Schlafengehen aufgebracht werden. Ziel dieser Behandlung ist es, eine dauerhafte Rückbildung der Schweißdrüsen zu erreichen, so dass die Behandlung nach einer Woche des täglichen Gebrauchs nach und nach ganz eingestellt werden kann.

Iontophorese

Bei der Iontophorese werden die Füße oder Hände in zwei Wannen mit Wasser gelegt, in denen sich jeweils ein elektrischer Leiter befindet. Durch das Eintauchen der Füße etwa schließt sich der Stromkreis. Die Wirkung dieser Therapie ist bis heute wissenschaftlich noch nicht geklärt. Allerdings können so oftmals gute Ergebnisse erzielt werden. Bei Patienten, die diese Therapie als unangenehm empfinden, wird dann mit niedrigeren Stromstärken gearbeitet. Als Alternative kann auch ein Verfahren mit gepulsten Gleichströmen zum Einsatz kommen.

Chemische Denervierung

Bei der chemischen Denervierung kommt Botox zum Einsatz. Dies ist einer der stärksten bekannten Toxine. Es wird in einer extremen Verdünnung in die Haut gespritzt. Diese Behandlung hemmt die Freisetzung von Acetylcholin und somit die Schweißproduktion. Bei einigen Menschen kann die Wirkung schon nach einem halben Jahr wieder nachlassen, und muss dann wiederholt werden. Diese Methode kommt nur bei einer primären axiilären Hyperhidrose zur Anwendung.

Operation

Bei großem Leidensdruck der Betroffenen kann auch ein operativer Eingriff unter örtlicher Betäubung Abhilfe schaffen. Hierbei wird durch Absaugen der Schweißdrüsen im Achselbereich beispielsweise die Hyperhidrose besiegt. Nach einigen Jahren können allerdings die Nervenenden teilweise wieder die Schweißdrüsen erreichen, so dass die Wirkung nachlässt.